Kürzlich habe ich dich in einem Blog in die wollige Welt mitgenommen. Ich schrieb über die Wollarten, die aus verschiedenen Tierhaaren hergestellt werden. Am Ende versprach ich dir, worüber ich dieses Mal schreibe: Wir tauchen jetzt in die Welt der pflanzlichen Garne ein. Neugierig, welche pflanzlichen Alternativen es zu Wolle gibt? Lies schnell weiter!
Baumwolle
Baumwolle ist natürlich das bekannteste pflanzliche Garn. Baumwolle wird aus der Baumwollpflanze gewonnen. Du kennst sie sicher, die dekorativen Zweige mit den weißen, weichen Bällchen. Diese Bällchen schützen die Samen der Pflanze und werden zu Baumwollgarn verarbeitet. Baumwolle wächst in wärmeren Klimazonen, und der gesamte Anbauprozess ist ziemlich intensiv. Es erfordert viel Wasser, Dünger, Pestizide gegen Krankheiten und eine arbeitsintensive Ernte.
Der Faden ist von mittlerer Dicke, angenehm weich und gut zu verarbeiten. Zudem ist er atmungsaktiv. Durch den relativ niedrigen Preis und das große Angebot ist Baumwolle ein beliebtes Garn. Weniger belastende Alternativen sind Bio-Baumwolle (ohne Pestizide und Kunstdünger), recycelte Baumwolle und andere Garne wie Leinen.
Leinen
Die wunderschönen Leinengarne stammen von der Flachspflanze. Es ist ein beliebtes Sommergarn, da es Feuchtigkeit gut aufnimmt und schnell trocknet. Es ist außerdem atmungsaktiv und stark. Leinen gehört zu den nachhaltigsten Garnen. Die Flachspflanze benötigt wenig Wasser, kaum Pestizide, gedeiht auf kargen Böden und trägt zu einer gesunden Bodenstruktur bei. Ein weiterer Vorteil ist, dass fast die gesamte Pflanze verwendet wird und der Stoff biologisch abbaubar ist. Nachteile sind die arbeitsintensive Verarbeitung und dass Leinenstoffe leicht knittern.
Ein Beispiel für Leinengarn ist das „Lang Yarns Crealino“ (100 % Leinen). Häufig wird Leinen gemischt verwendet, zum Beispiel mit Baumwolle, wie im Garn Lana Grossa „Linissimo“ und „Drops Bomull-Lin“ .
Hanf
Momentan gibt es nur wenige Hanfgarne auf dem Markt. In letzter Zeit wurde wenig in die Produktion von Hanfgarn investiert, wodurch die Kosten höher sind und es wirtschaftlich unattraktiv ist, Garn daraus herzustellen. Synthetische (nicht natürliche) Garne werden dann oft bevorzugt. Dennoch wird Hanf für die Zukunft als gute Alternative zu Baumwolle genannt, wenn es gut weiterentwickelt wird.
Lyocell/Tencel
Lyocell ist eine Textilfaser, die aus Holzfasern, zum Beispiel von Eukalyptusbäumen, hergestellt wird. Tencel ist ebenfalls eine Faserbezeichnung und ein Markenname, die aus Lyocell und anderen Fasern besteht. Tencel Lyocell ist eine nachhaltige und umweltfreundliche Faser. Die Fasern sind sehr weich und gleichzeitig stärker als Baumwolle. Da sie Feuchtigkeit gut aufnimmt, eignet sie sich gut für (Sport-)Kleidung und beispielsweise Handtücher. Katia bietet ein preiswertes Mischgarn an, das Katia „Tencel-Cotton“.
Bambus
Aufgrund seiner Nachhaltigkeit und Weichheit von dem Stoff wird Bambusgarn immer beliebter. Bambus wächst extrem schnell, bis zu einem Meter pro Tag. Es benötigt keinen Dünger oder Pestizide und ist gut für den Boden. Auch die Garne haben viele Vorteile: Sie sind weich, hypoallergen, atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend. Sie halten im Winter warm und im Sommer kühl. Außerdem bleiben sie lange frisch, da der Faden antibakteriell ist. Das macht ihn besonders geeignet für Kleidung. Nachteile sind, dass die meisten Bambusgarne chemisch hergestellt werden, was sie etwas weniger umweltfreundlich macht. Nachteile sind auch, dass die Garne etwas weniger stark und formbeständig sind. Es bedarf daher einer sorgfältigen Behandlung beim Waschen. Für Kleidung kann es eine kluge Wahl sein, ein Mischgarn aus Bambus und Baumwolle zu wählen, damit die Fasern stärker werden.
Jute und Sisal
Für gröbere Arbeiten kannst du auch mit Jute und Sisal häkeln. Dieses seilartige Garn eignet sich hervorragend zum Häkeln von Körben und Taschen. Es fühlt sich rau an den Händen an, ist aber sehr stark. Allerdings erfordert es etwas Muskelkraft! Denk beispielsweise an Scheepjes „Mighty“ oder Hoooked „Natural Jute“.
Viskose
Viskose hat, genau wie Lyocell, Holzzellstoff als Rohstoff. Es wird anschließend synthetisch zu Garn verarbeitet und ist daher halb synthetisch, halb pflanzlich. Im Vergleich zu Lyocell ist dieses Garn günstiger und eine gängigere Textilfaser, allerdings mit größerer Umweltbelastung. Es handelt sich um eine seidig weiche Faser, die oft mit Baumwolle gemischt wird, um sie zu stärken. Ein schönes Mischgarn ist zum Beispiel Eddna „Cecilia“. Es besteht aus 53 % Baumwolle, 33 % Viskose und 14 % Leinen. Durch die Mischung der Fasern entsteht eine besondere Struktur mit einem melierten Farbeffekt. Perfekt für z.B. ein sommerliches Top!
Viel Erfolg beim Experimentieren mit pflanzlichen Garnen!


