Wenn man mich fragt, eine Wunschliste zu erstellen, habe ich im Handumdrehen eine volle Liste. Ich setze wundervolle Wolle, ein schönes Häkelbuch, vielleicht ein Makramee-Projekt, Stapel von Büchern und auch noch lustige Spiele darauf. Ideen habe ich genug! Aber weißt du, was ich mir wirklich wünsche? Raum und Zeit, um zu kreieren, zu entspannen, einfach etwas zu basteln. Auf meine Wunschliste setze ich Materialien und Dinge, die man kaufen kann. Aber diese kleinen Ideen sind eigentlich Signale für tiefere Wünsche. Und die erfordern keine neuen Dinge, sondern Taten! Einfach mal machen.
Wünsche und Bedürfnisse sind persönlich, sie gehören zu dir und zu dem, was dir wichtig ist. Und sie fordern deine Aufmerksamkeit. Deshalb gibt es in diesem Blog 8 Ideen, wie du von der Wunschliste zur Tat kommst. Wir fangen am Anfang an: Entdecke, was du wirklich willst.
1. Erkenne deine Wünsche, was willst du wirklich?
Wünsche sind Sehnsüchte oder Verlangen nach etwas. Wenn du dich sagen hörst „eigentlich sollte ich…“, deutet das oft auf einen Wunsch oder ein Verlangen hin. Etwas, was du eigentlich tun möchtest, aber wozu du nicht kommst.
Du kannst dich fragen, ist es jetzt so wichtig, deine Wünsche zu erkennen und aktiv zu erfüllen? Wenn du zu oft über deine Wünsche und Bedürfnisse hinweglebst, fehlt dir die Erfüllung. Wünsche erfüllen sich nicht von allein. Und wenn du nicht aktiv wirst, können sie auch eine Quelle der Frustration werden. Ein schönes Beispiel: Ich möchte kein Essen wegwerfen (Wunsch) und stelle daher gerne Essensreste in den Kühlschrank (Schritt 1). Wenn ich nicht weiter nachdenke und nicht bewusst wähle, wann ich diese Reste essen werde, kann ich sie nach einer Woche trotzdem in den Mülleimer werfen. Da ich den Wunsch bereits erkannt und ihm Bedeutung beigemessen hatte, fühlt es sich wie ein Scheitern an, wenn ich es nicht zu Ende führe. Schlimmer noch, das Wegwerfen nach einer Woche mit einer Schimmelschicht fühlt sich noch schlechter an, als hätte ich es direkt nach dem Essen weggeworfen. Ein Häkelprojekt, das nie fertig wird, frustriert mehr als etwas, womit du gar nicht erst anfängst.
Es hilft mir, wenn ich einen Wunsch bewusst erkenne und anerkenne. Zu wissen, was man will und was persönlich zu einem passt, hilft. Manchmal kann man dabei das Gefühl haben, dass man alles gleichzeitig tun möchte. Wie verhinderst du, dass du vor lauter Wunsch-Bäume den Wald nicht mehr sehen kannst?
2. Verhindere, dass du überwältigt wirst
Wenn du 30 Hobbyprojekte herumliegen hast, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du dich davon ein wenig überwältigt fühlst. Mit der Folge, dass du sie vielleicht links liegen lässt und mit einem neuen Projekt anfängst, das du gerade im Bastelladen gekauft hast. Halte deinen Vorrat übersichtlich, schreibe auf, welche Wolle du für welches Projekt gekauft hast, und gehe in deinem Vorrat „einkaufen“, anstatt im Laden! Für manche ist ein eigener „Süßigkeitenladen“ voller Wolle ein wunderbares Ideal. Aber frage dich, ob das auch zu dir passt. Wenn du davon überwältigt wirst und es nicht mehr gut nutzt, beschränke lieber den Vorrat. Führe eine Liste von Anleitungen, die du noch machen willst, zum Beispiel auf einem Pinterest-Moodboard, mit Schnipseln oder in einem Fotoordner auf deinem Handy. Oder erstelle eine Favoritenliste in deinem Account bei Häkelfans! Kaufe die Materialien erst, wenn du wirklich anfangen willst. Um deinen Vorrat übersichtlich und für dich handhabbar zu halten, ist es wichtig, gut darauf zu achten, was dazukommt. Dabei ist es notwendig, deine Impulse zu kontrollieren.

3. Kontrolliere deine Impulse
Dein Wollvorrat hältst du übersichtlich, indem du die „Haustür“ gut bewachst. Kaufe nicht impulsiv Wolle für ein neues Projekt. Siehst du ein schönes Video und hast du deinen Online-Warenkorb schon wieder gefüllt? Prüfe bei dir selbst, welcher Wunsch durch dieses Video ausgelöst wird. Willst du das wirklich? Indem du deine Impulskäufe betrachtest, kannst du manchmal auch Bedürfnisse ableiten. Hast du den x-ten Planer gekauft, dann hast du vielleicht das Bedürfnis nach mehr Übersicht. Hast du große, weiche Plüschknäuel für einen sehr warmen Pullover für dich selbst gekauft? Vielleicht das Bedürfnis nach Komfort und Geborgenheit? Überlege, ob du diesen Wunsch auch auf andere Weise erfüllen kannst, mit etwas, wofür du jetzt nichts kaufen musst. Wenn ja, sparst du Geld und zusätzliche Dinge! Schlafe noch eine Nacht darüber.
Hast du wieder die Übersicht und lässt dich weniger von Impulsen mitreißen? Dann kannst du jetzt wirklich wählen: Wofür willst du deine Aufmerksamkeit und Zeit aufwenden?
4. Wage es, zu wählen!
Wähle, worauf sich deine Aufmerksamkeit richtet. Wählst du bewusst, mit welchen Projekten du anfängst. Du kannst zum Beispiel mit dir selbst vereinbaren, dass du nur noch Projekte häkelst, denen du eine Schulnote 2 oder 1 geben würdest. Du kannst auch in Kategorien denken. Weißt du inzwischen von dir selbst, dass du nach 30 cm eine Decke wirklich satt hast oder von Projekten mit einer Häkelnadel der Stärke 2 schlecht gelaunt wirst? Lasse diese Projekte in Zukunft einfach links liegen. Es gibt genug Schönes, das wirklich zu dir passt.
Fährst du in den Urlaub? Wähle daheim ein oder mehrere Projekte für den Koffer aus, mit denen du wirklich arbeiten wirst. Das ist besser, als 10 „vielleicht-habe-ich-Lust-darauf-Projekte“ in die Tasche zu werfen. Gehe für den Einsatz. Wenn du dein Projekt gewählt hast, ist es Zeit, deine Pläne wirklich konkret zu machen.
5. Mache es konkret
Du hast eine Anleitung, das Material und du hast die Wahl getroffen: Hiermit fange ich an! Mache konkrete Pläne, wann und wie du an diesem Projekt arbeiten wirst. Es kann helfen, ein Ziel zu setzen: Für wen machst du es? Möchtest du es vielleicht zu Weihnachten oder zum Geburtstag verschenken? Dann hast du eine gute Deadline. Häkelst du gerne unterwegs an dem Projekt, dann ist gut, eine praktische Projekttasche zur Hand zu nehmen. Oder ist es ein Projekt, für das du dich wirklich hinsetzen musst? Überlege, wann du dies tun wirst. Gemütlich bei einer Serie oder mit voller Aufmerksamkeit. Wenn du die nächsten Schritte nicht konkret machst, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass dein Projekt auf halbem Weg strandet. Und wenn du dann gewählt hast, was, wann und wie du es machst, ist es wichtig, sich gut konzentrieren zu können.
6. Fokus, weg mit der Ablenkung
Bewache deine kreative Zeit! Wenn du einen Moment gewählt hast, um anzufangen, schirme dich bewusst vor Ablenkungen wie sozialen Medien ab. Lege das Telefon ruhig weg und krieche auf die Couch, nur noch fokussieren! Das Schaffen von Ritualen hilft auch beim Fokussieren.
7. Kreiere ein festes Ritual oder einen festen Ort
Indem du zu festen Zeiten und an festen Orten häkelst, hilfst du deinem Gehirn, wirklich in den Handarbeitsmodus zu kommen. Also die Lieblingstasse Tee und die bunten Häkelkisten helfen wirklich! Dein Körper wird durch die Rituale Assoziationen herstellen und es mit dem Kreieren und Entspannen verbinden. Dann beginnt der Genuss. Und vergesse dabei nicht, dass auch die kleinen Momente wertvoll sind.

8. Ehre den kleinen Moment
Jeder kleine Moment zählt. Nutze diese Viertelstunden, in denen du auf etwas warten musst, oder die halbe Stunde bei deinem Mittagessen! Kleine Momente sind wertvoll! Das ist gerade das Wunderbare an unserem Häkelhobby, dass man wenig Materialien braucht und es so leicht zur Hand nehmen kann.
Indem du diese Schritte machst, gibst du deinen Wünschen Raum: Kreieren, Entspannen und Genießen deines Hobbys. Schaue also noch einmal auf deine Wunschliste und mache heute den ersten Schritt. Und morgen den zweiten


