Um Handarbeiten zu können, braucht man Wolle. Der Einfachheit halber nennen viele Menschen alle Garnknäuel „Wolle“. Streng genommen bezieht sich Wolle jedoch auf Garn, das aus dem Fell eines Tieres stammt. „Feines, weiches Haar von bestimmten Tieren, u. a. von Schafen“, lehrt uns der Duden.
In diesem Blog nehme ich dich mit in die Welt der Wolle – und du wirst sehen, dass Wolle aus der ganzen Welt kommt. Welche wolligen Freunde gibt es in Deutschland und anderswo? Lies weiter und entdecke die Eigenschaften der Wolle von fünf Tieren: vom Schaf bis zum Yak, vom Kaninchen bis zur Lama.
Warum Wolle?
Wolle ist ein Naturprodukt mit vielen positiven Eigenschaften. Sie wirkt isolierend, ist oft schmutz- und wasserabweisend und besitzt außerdem antibakterielle Eigenschaften. Sie reguliert die Temperatur nicht nur im Winter, sondern kann auch im Sommer angenehm zu tragen und gerade kühlend anfühlen. Damit ist sie ein begehrter Rohstoff zur Herstellung von Kleidung.
Schurwolle und Merinowolle vom Schaf
Wenn man an Wolle denkt, kommt einem zuerst das Schaf in den Sinn. Dieses Tier gehört zu einem der größten Wolllieferanten der Welt. In Deutschland gibt es fast 1,6 Millionen Schafe. Nur ein kleiner Teil davon wird jedoch zur Wollproduktion gehalten, da die Wollqualität hier oft nicht im Vordergrund steht. Die Wolle deutscher Schafe ist meist etwas grober und hat eine kurze Faser, sie eignet sich jedoch hervorragend für Wollbettdecken. Nicht umsonst gibt es den niederländischen Ausdruck „unter die Wolle kriechen“. Für die Herstellung von Outdoor-Kleidung ist die grobere Wolle ebenfalls gut geeignet.
Auf der Banderole liest man manchmal den Begriff „Schurwolle“. Sockenwolle wird oft aus einer Mischung von Schurwolle und synthetischen Fasern hergestellt. So werden die feuchtigkeitsregulierenden und isolierenden Eigenschaften der Wolle mit den Vorteilen synthetischer Fasern wie Elastizität und Strapazierfähigkeit kombiniert.
Für weichere, nicht kratzende Wolle eignet sich die Wolle des Merinoschafs hervorragend. Merinoschafe leben hauptsächlich in Australien und Neuseeland. Ein Merinoschaf hat einen sehr dichten Haarwuchs und kann bis zu 5 Kilo Wolle pro Jahr liefern. Es gibt auch andere Schafrassen wie Shetland- oder Rambouillet-Schafe, jede mit ihren eigenen spezifischen Faserstrukturen und Qualitäten.
Und was bedeutet die häufige Ergänzung „Superwash“ die oft erwähnt wird? Dies bedeutet, dass die Wolle chemisch behandelt wurde, um die Fasern glatter zu machen und leichter waschbar zu machen. Dadurch schrumpft und verfilzt sie weniger schnell. Ein Beispiel hierfür ist die Basic Merino von Katia, die sich vielseitig verwenden lässt.
Wolle von Alpaka und Lama
Neben Merinowolle ist Alpakawolle eines der bekanntesten Wollfasern. Es bietet eine hervorragende Wärmeisolierung und verfilzt weniger schnell als andere Wollarten. Außerdem ist es leichter als Schafwolle und hypoallergen.
Alpakas leben hauptsächlich in den Anden in Südamerika, und ihre Wolle wird durch jährliches Scheren gewonnen. Besonders schön ist, dass Alpakawolle viele natürliche Farbtöne hat. Verschiedene Wollmarken führen Alpakawolle in ihrem Sortiment, z. B. Enya von Lang Yarns oder das wunderschöne, flauschige Garn Natural Alpaca Lungo von Lana Grossa.
Die Wolle der Lama ähnelt der der Alpakas, die Tiere sind schließlich verwandt. Die Lamawolle ist jedoch oft etwas gröber.
Kaschmir und Mohair von der Ziege
Für eine edle Optik ist ein Häkelwerk mit Ziegenwolle eine gute Wahl. Kaschmir und Mohair stammen beide von Ziegen und haben einen luxuriösen Ruf.

Kaschmirfäden sind weich, dünn, leicht und stark zugleich und haben einen sanften Glanz. Sie werden aus der Unterwolle der Kaschmirziege hergestellt und besitzen eine feine Faser. Gleichzeitig halten sie die Wärme gut, was sie ideal für Winterkleidung macht. Kaschmirziegen leben hauptsächlich in China, der Mongolei und im Himalaya. Kaschmirgarn ist kostbar und wird daher oft mit anderen Wollsorten gemischt.
Mohair wird aus den weichen, langen Fasern der Angoraziege gewonnen. Durable hat ein schönes Mohairgarn im Angebot. Auch Drops Kid-Silk ist ein wunderschönes Mohairgarn.
Wolle vom Yak
Der Yak ist ein Rind, das in den Hochländern Asiens lebt. Die dunklen, braunen bis schwarzen Fasern sind weich und sehr warm. Lana Grossa und Lang Yarns verwenden gelegentlich Yak-Wolle in ihren Wintergarnen.

Angorawolle vom Kaninchen
Angorawolle wird aus dem Haar des Angorakaninchens gewonnen und ist sogar noch wärmer als Schafwolle. Sie ist extrem weich und flauschig.
Bewusste Wolle
Wie in der Fleischindustrie gab es auch in der Wollindustrie im Laufe der Zeit Missstände. Der Tierschutz verdient hier Aufmerksamkeit, ist aber leider nicht immer selbstverständlich. Besonders die Haltung von Angorakaninchen und die Gewinnung ihrer Wolle wurden stark kritisiert, weshalb der Markt für Angorawolle zu schrumpfen scheint.
Für manche ist die Verwendung tierischer Produkte grundsätzlich unerwünscht. Veganer verzichten auf tierische Wolle und wählen pflanzliche Alternativen. Bald werde ich die Welt der pflanzlichen Garne genauer unter die Lupe nehmen. Neugierig darauf, welche pflanzlichen Alternativen zu Wolle es gibt? Lese dann schon bald mehr!
Disclaimer: Mit diesem Blog habe ich nicht die Absicht, eine Diskussion über Tierschutz zu starten. Jeder muss hier seine eigene Entscheidung treffen. Solltest du dieses Thema wichtig finden, kannst du dich natürlich weitergehend informieren.










