Bei manchen Projekten kann es von Vorteil sein, wenn du Stärke hinzufügst, damit deine Häkelarbeit fest bleibt. Zum Beispiel bei einem Weihnachtsstern, den du in den Baum hängen möchtest, oder wenn du eine Applikation auf eine Karte kleben willst. Ich habe es bereits für einen gehäkelten Kragen verwendet, bei dem die Rückseite fest sein musste. Auch ein Untersetzer kann durch das Stärken länger schön bleiben.
Häkelarbeiten kannst du unter anderem mit selbstgemachter Stärke verstärken. Es gibt aber auch fertige Produkte im Handel. Ich verwende meistens Zucker, da ich ihn immer im Haus habe. Ich habe Baumwolle und Wolle verstärkt – beides funktioniert sehr gut.
Flache und 3D-Häkelarbeiten werden auf die gleiche Weise verstärkt, nur der Trockenvorgang ist unterschiedlich, weil flache Häkelarbeiten gespannt werden und bei 3D-Arbeiten muss das Ganze in der Form trocknen, in der es gehäkelt wurde.
Abhängig von dem gewünschten Effekt gehst du auf die Suche nach der Stärke, die für dein Projekt am besten geeignet ist. Berücksichtige dabei die Art des verwendeten Garns.
Dies sind die gebräuchlichsten Methoden:
Die Mischung aus Stärke
Flüssigstärke (im Handel erhältlich) oder selbst gemacht mit einer Mischung aus Maisstärke und Wasser.
Wie macht man sie? Mische 2 Esslöffel Maisstärke mit einer halben Tasse kaltem Wasser (ca. 120 ml) und gib dies zu einer Tasse kochendem Wasser. Lasse die Mischung abkühlen lassen und tauche die Häkelarbeit darin ein. Bringe die Häkelarbeit in Form und lasse sie vollständig auf einer ebenen Fläche trocknen oder fixiere sie mit Stecknadeln. Marieke hat einen Blog darüber geschrieben, wie man Häkelstücke richtig spannt (blockt).
Hinweis: Dies ist eine traditionelle Methode und sie ist auswaschbar. Wenn die Häkelarbeit nass wird, kann sie wieder weich werden – das solltest du beachten.
Zuckerwasser
Zutaten: Zucker und Wasser.
Wie macht man es? Mische 1 Teil Zucker mit 1 Teil Wasser und bringe die Mischung zum Kochen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Abkühlen lassen, die Häkelarbeit eintauchen, in Form bringen und trocknen lassen. Man kann es über eine Form oder Schablone legen, um die gewünschte Form zu erhalten.
Hinweis: Diese Methode erzeugt eine sehr kräftige Stärkung, kann aber klebrig sein und an warmen Tagen durch seine Süße Insekten anziehen.

Textilverhärter (z.B. Paverpol)
Wie wendest du das Produkt an? Trage den Textilverhärter direkt auf die Häkelarbeit auf. In die gewünschte Form bringen und trocknen lassen. Dieses Produkt ist speziell zum Härten von Textilien entwickelt und sorgt für ein lang anhaltendes Ergebnis.
Hinweis: Dies ist eine permanente Methode und nicht wasserlöslich.
Mod Podge oder verdünnter Holzleim
Wie wendet man es an? Den Leim (z. B. Holzleim oder Mod Podge) mit etwas Wasser verdünnen und die Häkelarbeit darin eintauchen. In Form bringen und trocknen lassen.
Hinweis: Diese Methode gibt eine feste Stärkung, aber die Häkelstruktur kann weniger sichtbar sein, da die Lösung etwas dicker ist.
Haarlack
Wie verwendest du Haarlack? Sprühe eine großzügige Schicht Haarlack auf die Häkelarbeit und wiederhole dies mehrfach. Zwischendurch trocknen lassen.
Hinweis: Diese Methode ist eine schnelle und temporäre Methode – ideal für kleine Projekte oder wenn du schnell etwas Verstärken willst.
Zusätzliche Tipps:
– Stelle sicher, dass deine Häkelarbeit bereits die gewünschte Form hat, bevor du es stärkst.
– Verwende Stecknadeln und eine Schablone, um die richtige Form beim Trocknen zu fixieren. Lies dazu Mariekes Blog in dem sie erklärt, wie sie das macht.
– Bitte beachte, dass Produkte deine Häkelarbeit verfärben können. Teste die Verstärkung daher am besten an einem kleinen Stück deiner Häkelarbeit, bevor du sie vollständig eintauchst.
– Die Wahl der Methode hängt davon ab, wie gestärkt die Häkelarbeit werden soll und ob du eine temporäre oder permanente Lösung suchst.
Ich bin gespannt, ob ihr diese Methoden bereits entdeckt oder ausprobiert habt?
Viel Spaß beim Häkeln!
Liebe Grüße,
Sofie


