Einen perfekten runden Kreis zu häkeln, kann manchmal ganz schön schwierig sein. Hast du auch schon einmal versucht, einen Kreis zu häkeln, und er wurde sechseckig? Ärgerlich, oder? Ich erkläre dir jetzt, wodurch das kommt!
Warum ein Kreis nicht immer perfekt rund ist
Wenn du dir die Fotos ansiehst, erkennst du sofort den Unterschied: Wo der eine Kreis eher eckig ist, ist der andere Kreis wirklich perfekt rund. Das liegt daran, dass wir beim ersten Beispiel die Zunahmen immer an derselben Stelle häkeln und beim zweiten die Zunahmen ab und zu an einer anderen Stelle.
Wenn du Amigurumi häkelst, finde ich das persönlich weniger wichtig, weil du dein Kuscheltier später sowieso ausstopfst. Bei Decken oder wenn du ein rundes Detail häkelst, kann es aber sein, dass du wirklich einen perfekten runden Kreis brauchst. Deshalb ist es hilfreich, den Unterschied zu kennen, um einen perfekt runden Kreis zu häkeln.
Die meisten Anleitungen (auch die, die ich zum Beispiel schreibe) verwenden die erste Methode. Diese Anleitungen sind nämlich einfacher zu lesen, weil man den Unterschied zwischen den Runden leicht erkennen kann. Du wirst also auch sehen, dass die Häkelanleitung für den perfekten Kreis etwas weniger regelmäßig aussieht.
Aber wenn du erst einmal verstanden hast, worin der Unterschied liegt, kannst du jede Häkelanleitung selbst an die Methode anpassen, die du am liebsten häkelst (und am schönsten findest)!
Die Abkürzungen, die ich verwende, sind fM (feste Masche) und fM zun (2 feste Maschen in die nächste Masche: zunehmen).
Einfachen oder eckigen Kreis häkeln

Wir beginnen mit der Häkelanleitung für den einfacheren/eckigen Kreis:
Runde 1: 6 fM in einen magischen Ring
Runde 2: (fM zun) 6x [12]
Runde 3: (fM zun, 1 fM) 6x [18]
Runde 4: (fM zun, 2 fM) 6x [24]
Runde 5: (fM zun, 3 fM) 6x [30]
Runde 6: (fM zun, 4 fM) 6x [36]
Runde 7: (fM zun, 5 fM) 6x [42]
Du siehst, dass wir hier (nach der ersten Runde) immer sechsmal dasselbe machen: zunehmen und danach einige feste Maschen häkeln. In jeder Runde häkeln wir in der Wiederholung jeweils 1 feste Masche mehr, weil wir um 1 zugenommen haben.
Wenn du dir die Anleitung ansiehst, kannst du dir jetzt vielleicht besser vorstellen, warum wir einen Sechseck erhalten: Jedes Mal, wenn wir zunehmen, tun wir das nämlich an derselben Stelle im Kreis. Die Zunahmen werden sozusagen „übereinander“ gehäkelt.
Perfekten runden Kreis häkeln

Und hier ist die Häkelanleitung für den perfekten Kreis:
Runde 1: 6 fM in einen magischen Ring
Runde 2: (fM zun) 6x [12]
Runde 3: (fM zun, 1 fM) 6x [18]
Runde 4: (1 fM, fM zun, 1 fM) 6x [24]
Runde 5: (fM zun, 3 fM) 6x [30]
Runde 6: (2 fM, fM zun, 2 fM) 6x [36]
Runde 7: (fM zun, 5 fM) 6x [42]
Du siehst den Unterschied in Runde 4 und 6: In den geraden Runden verteilen wir die Anzahl der festen Maschen, die wir zwischen den Zunahmen häkeln. Dadurch liegen die festen Maschen nicht direkt übereinander, sondern sind in jeder Runde verschoben. Auf diese Weise wird dein Kreis also nicht eckig, sondern wirklich schön rund!
Die Häkelanleitung oben ist natürlich nur für 7 Runden, aber du kannst die folgenden Runden selbst berechnen. Bei einem „normalen“ Kreis würdest du in Runde 8 (fM zun, 6 fM) 6x wiederholen. Du möchtest also zunehmen und dabei in der Runde jeweils 6 feste Maschen zwischen den Zunahmen häkeln. Bei dieser neuen Technik verteilen wir die festen Maschen und häkeln zuerst die Hälfte der festen Maschen, nehmen zu und häkeln danach die andere Hälfte der festen Maschen: (3 fM, fM zun, 3 fM) 6x.
Ist dir schon einmal aufgefallen, dass deine Kreise nicht ganz rund waren? Und denkst du, dass du diese Technik künftig anwenden wirst? Ich freue mich, von deinen Erfahrungen in den Kommentaren zu hören!
