Das Vernähen der Fäden, wie zum Beispiel bei einer gehäkelten Decke, ist nicht für jeden eine schöne Aufgabe. Es gibt sowohl Häkler/innen, die dies sofort tun, nach jedem Farbwechsel, nach jedem Faden, den du abgeschnitten hast… Als auch Typen wie ich, die dies aufschieben: erst häkeln, dann Vernähen der Fäden…
Was meinst du mit Fäden vernähen?
Nach dem Häkeln schneidest du bei einem Farbwechsel oder nach einer Reihe (oder Runde) manchmal den Faden ab. Mach das nicht zu kurz, denn du musst nach dem Häkeln noch diesen losen, abgeschnittenen Faden in deiner Häkelarbeit vernähen. Auch beim Ansetzen eines neuen Knäuels brauchst du einen langen Faden.
Fäden vernähen, warum?
Zuallererst ist deine Häkelarbeit viel schöner, ordentlicher, wenn du die Fäden vernähst. Lose Fäden kommen an der Vorderseite manchmal wieder heraus. Nicht vernähte Fäden, die zu kurz abgeschnitten sind, sorgen dafür, dass die Masche nicht gut festsitzt, mit der Folge, dass deine Häkelarbeit (bei häufigem Gebrauch, einer Wäsche) sich manchmal lösen kann. Und das ist schade um deine Arbeit, oder?!
Was brauchst du dafür?
Nichts Spezielles, eine Schere und eine passende Stopfnadel für den „einzuarbeitenden Faden“ reichen aus.

Wie vernähe ich meine Fäden meistens?
Es gibt mehrere Methoden, die ich anwende.
Bei einem Farbwechsel häkle ich den neuen Faden mit, zwischen meinen Maschen, die ich am Häkeln bin. Achte dabei darauf, dass sich der kurze lose Faden auf der Rückseite befindet. Bei einer großen Häkelarbeit wage ich es ziemlich oft, die Fäden hängen zu lassen, und dann muss ich diese hinterher noch in meine Häkelarbeit weben, sozusagen. Der Vorteil ist, dass du endlos weiterhäkeln kannst, der Nachteil ist, dass du hinterher noch ganz schön viele Fäden zu vernähen hast…
Wie funktionier das?

1. Drehe zuallererst deine Häkelarbeit um, sodass die Rückseite nach oben zeigt.
Nimm die Stopfnadel und fädle das Ende eines Fadens durch das Nadelöhr.
Webe den Faden durch einige Maschen, von der einen Seite zur anderen Seite. Sorge dafür, dass du bei einem mehrfarbigen Projekt dieselbe Farbe auch durch die Maschen webst. So fällt das Vernähen deines Fadens nicht so auf.

2. Drehe die Nadel um und webe sie in die andere Richtung durch die Maschen.

3. Wenn du findest, dass der lose Faden genug eingewebt ist, dann kannst du ihn abschneiden. Tu dies nicht zu kurz, denn dein Faden kann beim Waschen noch etwas einlaufen… Willst du noch mehr Sicherheit, ziehe den Faden dann noch durch einige Maschen hin und zurück.
Tipp! Um ganz sicherzugehen, dass es wirklich fest sitzt, kannst du deinen Faden auch mit einem kleinen Knoten um einen Faden einer Masche herum befestigen.

4. In meinem Projekt siehst du, dass ich zwei lange grüne Fäden übrig hatte, diesen zweiten webte ich auch noch einige Male durch die Maschen hin und zurück. Also wiederholte ich Schritt 1 bis 3 für den zweiten Faden.
TIPP beim Vernähen:
– Schneide deinen Faden nicht zu kurz ab.
– Ziehe den einzuarbeitenden Faden nicht zu fest an, dies kann nämlich deine Arbeit verziehen.
– Findest du das Vernähen lästig, dann ist der magische Knoten auch eine Option. Auf YouTube findest du viele hilfreiche Videos.
Bist du „Team sofort“ oder genau wie ich „Team aufschieben“? Ich bin gespannt!
Viel Spaß beim Häkeln!
Liebe Grüße Sofie
