Jeder Designer und Häkelfan hatte schon einmal damit zu tun. Du hast etwas entworfen oder gehäkelt, dein Herzblut in den Entwurf gelegt und nicht zu vergessen sehr viel Zeit. Du machst Dinge. Text, Bild, Musik, Anleitungen. Du verkaufst oder teilst sie online, auf Instagram, deiner Website oder vielleicht auf einer Messe. Aber dann siehst du plötzlich dein Werk irgendwo anders wieder. Ohne Namensnennung. Ohne Genehmigung. Kommt dir das bekannt vor? Dann bist du nicht allein. Zeit, um klarzustellen, wie Copyright funktioniert und wie du dich schützen kannst und was erlaubt ist und was nicht.
Egal, ob du Anleitungen entwirfst, schreibst, zeichnest, Fotos machst oder Musik produzierst, früher oder später bekommst du es mit Copyright zu tun. Aber was ist das nun genau? Und wie verhinderst du Ärger mit Urheberrechten, online oder offline?
Copyright in Kürze
Was darf eine andere Person nicht tun?
Copyright (im Deutschen: Urheberrecht) ist das Recht des Machers an seinem oder ihrem Werk. Sobald du etwas Originelles machst, einen Text, ein Foto, eine Illustration, ein Lied oder eine Anleitung, hast du automatisch das Copyright. Du musst es nirgendwo beantragen oder registrieren. Es gehört einfach dir. Früher wurde wohl mal der Witz gemacht, dass Copyright das „right to copy“ (also das Recht zu kopieren) bedeutete. Wir wissen es besser…
Und ja, das gilt auch, wenn jemand sagt: „Ich habe es gratis aus dem Internet geholt.“ Das ist kein Freibrief.
Was darfst du als Designer nicht tun?
Da gilt genau dasselbe. Verwendest du eine Abbildung, einen Text oder ein Lied von jemandem anderen? Dann brauchst du eine Erlaubnis. Keine Ausnahme. Selbst nicht, wenn du „die Quelle angibst“. Quellenangabe ist höflich, aber keine Erlaubnis.
Was darf man dann wohl?
– Public Domain: Werke, deren Copyright abgelaufen ist (meistens 70 Jahre nach dem Tod des Machers).
– Creative Commons: Manche Macher geben bewusst die Erlaubnis, ihr Werk zu verwenden, unter bestimmten Bedingungen.
– Eigenes Werk: Immer sicher. Mache es selbst und du bist auf der sicheren Seite.
– Gekauftes Material: Achte allerdings auf die Nutzungsrechte. Ein gekauftes Bild bedeutet nicht automatisch, dass du es für alles verwenden darfst.
Warum es wichtig ist
Copyright ist keine Regel, um Menschen zu ärgern. Es ist Schutz. Für dich als Macher und für andere. Es sorgt dafür, dass Kreativität wertgeschätzt und ehrlich behandelt wird. Willst du etwas von jemandem anderen verwenden? Frag einfach. Meistens bekommst du mit ein bisschen Respekt einfach ein Ja.
Wie schützt du dich selbst?
– Setze deinen Namen auf dein Werk, zum Beispiel ein Wasserzeichen über deine Anleitung.
– Siehst du dein Werk irgendwo ohne Erlaubnis? Reagiere. Schicke eine DM oder Mail mit einer höflichen, deutlichen Botschaft.
– Lass nicht locker, wenn jemand deine Arbeit ohne Erlaubnis verwendet. Wenn du es nicht schützt, tut es niemand für dich.
– Du darfst fordern, dass es entfernt wird. Oder sogar eine Vergütung verlangen. Du bestimmst.
Deine Arbeit ist wertvoll. Ob du nun gerade erst anfängst oder schon Jahre dabei bist, dein Stil, deine Ideen, deine Ausarbeitung: Das ist nicht einfach ersetzbar. Copyright sorgt dafür, dass deine Arbeit als Macher ernst genommen wird. Nutze dieses Recht. Und respektiere dieses Recht bei anderen. Also siehst du eine schöne Anleitung auf Social Media, bitte dann um einen Link zur Anleitung, aber bitte nicht um eine Kopie.
Bis bald im Blog!
Marja Waalwijk
